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Das Auge - Aufbau und Funktion




Das Auge gibt dem Körper Licht. Wenn dein Auge gesund ist, wird dein ganzer Körper hell sein (Matthäus 6.22) In einer Sekunde nehmen unsere Augen mehr als 10 Millionen Informationen auf und leiten diese an unser Gehirn weiter. Somit übertragen unsere Augen mehr Eindrücke und Wahrnehmungen als jedes andere Sinnesorgan. Dabei funktionieren unsere Augen nach dem gleichen Prinzip wie eine Hochleistungskamera: Das Licht passiert die einzelnen Bestandteile des Auges, wird gebündelt und am Ende entsteht ein perfektes Bild. Abgebildet werden die Bilder präzise auf unserer Netzhaut, welche die Informationen in elektrische Impulse umwandelt und diese über den Sehnerv an die Verarbeitungszentren in unserem Gehirn weiterleitet.

Bestandteile des Auges

Hornhaut
Die Hornhaut (lat.: Cornea) ist die äußere Augenhaut und bildet sozusagen das Fenster unserer Augen, denn durch sie dringt Licht in unser Sehorgan ein. Die Hornhaut ist gefäßfrei und besteht aus Kollagenfasern, die so angeordnet sind, dass die Haut glasklar erscheint. In ihrem Zentrum ist sie ca. 0,5 mm dick und ihre Außenseite wird von Tränenflüssigkeit benetzt. Die Hornhaut ist der Teil des Auges, der am stärksten an der Lichtbrechung beteiligt ist und für eine optimale Lichtbündelung sorgt. Letzteres ist für das Erzeugen von Bildern auf der Netzhaut entscheidend. Eintretende Lichtstrahlen werden mit einer Brechkraft von 43 Dioptrien gebündelt.

Lederhaut
Das Weiße in unseren Augen nennt man Lederhaut (lat.: Sclera). Obwohl die Lederhaut sehr dünn ist, ist sie dennoch eine sehr stabile und kräftige Schicht, die sowohl dem Schutz des Auges als auch der Lichtabschirmung dient. Der von außen sichtbare Teil der Lederhaut wird von unserer gefäßreichen und im Normallfall durchsichtigen Bindehaut überzogen.

Regenbogenhaut
Die farbige Regenbogenhaut (lat.: Iris) ist ein ringförmiges Muskelgewebe mit zentraler Lochblende, welche Pupille heißt. Diese kann sich durch Veränderung der Öffnungsgröße unterschiedlichen Lichtverhältnissen anpassen. Die Farbpigmente unserer Iris sind sehr dicht und sorgen für eine optimale Lichtabschirmung, sodass das Licht lediglich durch die vorgesehene Pupille dringen kann. Die Pupillengröße wird nicht nur durch die vorherrschenden Lichtverhältnisse, sondern auch durch unseren Gemütszustand beeinflusst: Demnach kann sich unsere Pupille bei Angst, Aufregung oder großer Freude vergrößern.

Linse
Bei der Augenlinse (lat.: Lens) handelt es sich um einen glasklaren Körper, der nicht mit Blutgefäßen oder Nerven durchzogen ist. Unsere Linse ist eine sogenannte bikonvexe Sammellinse, die durch aktive Größenänderung das Bild auf unserer Netzhaut präzise abbilden kann. Sie ist flexibel und kann dank ihrer Elastizität die Brechkraft ändern, sodass sowohl weit entfernte als auch nahe Gegenstände fokussiert werden können. Die Schärfenanpassung, auch Akkommodation genannt, wird durch die Kontraktion bzw. Erschlaffung eines kleinen Muskels namens Ziliarmuskel bedingt. Im Rahmen des natürlichen Alterungsprozesses lässt die Elastizität unserer Linse mit der Zeit nach, sodass die Fokussierung des Nahbereiches abnimmt. Diesen Vorgang bezeichnet man als Alterssichtigkeit.

Strahlenkörper (Ziliarkörper)
Der Strahlenkörper (lat.: Corpus ciliare) ist ein ringförmiger Muskel (Ziliarmuskel), an dem unsere Augenlinse mithilfe sogenannter Zonulafasern aufgespannt ist. Dieser Muskel kann durch Anspannung bzw. Erschlaffung über die Zonulafasern die Linsenform und damit die Brechung verändern, sodass eine Fokussierung auf die Ferne und Nähe möglicht ist. Der Ziliarkörper dient außerdem der Produktion von Kammerwasser. Diese Flüssigkeit füllt den Raum zwischen Linse und Hornhaut aus und spielt eine wichtige Rolle bei der Höhe des Augeninnendrucks.

Aufhängebänder der Linse (Zonulafasern)
Die sogenannten Zonulafasern (lat.: Zonula ciliaris) dienen der Linse als zirkuläre Aufhängung und stellen die Verbindung zwischen Linse und Ziliarkörper dar. Über den Ziliarmuskel bestimmen die Zonulafasern die Form der Linse und steuern die Fokussierung des Auges (Akkommodation).

Glaskörper
Der Glaskörper (lat.: Corpus vitreum) befindet sich zwischen Linse und Netzhaut und füllt diesen Raum aus. Er besteht aus einer gelartigen Konsistenz. Zusammengesetzt ist der Glaskörper zu 98 % aus Wasser und zu 2 % aus Hyaluronsäure (Zucker und Eiweiß) sowie Kollagenfasern.

Augenkammern
Die Augenkammern (lat.: Camerae bulbi) befinden sich sowohl vor als auch hinter der Iris. Man unterscheidet eine vordere Augenkammer (lat.: Camera anterior bulbi) und eine hintere (lat.: Camera posterior bulbi). Beide sind mit Kammerwasser aus dem Ziliarkörper gefüllt. Das Kammerwasser beinhaltet auch Nährstoffen und Sauerstoff und dient der Ernährung von Linse und Hornhaut. Im sogenannten Kammerwinkel, zwischen Iris und Hornhaut, wird das Kammerwasser über ein Maschenwerk in den Schlemmschen Kanal aufgenommen und von dort aus in das Blut abgegeben. 10 % des Kammerwassers wird über die Irisgefäße aufgenommen.

Netzhaut
Die Netzhaut (lat.: Retina) stellt die Innenauskleidung unseres Auges dar und besteht aus etwa 127 Millionen Lichtrezeptoren. Diese Photorezeptoren wandeln das Licht in Nervenimpulse um, damit diese über den Sehnerv zum Bildverabeitungsareal in unserem Gehin weitergeleitet werden können. Für das Farbsehen sind sogenannte Zapfenrezeptoren (rote, grüne und blaue Zapfen) zuständig, für das Hell-Dunkel-Sehen dagegen sogenannte Stäbchen, die zwar eine deutlich schlechtere Auflösung aufweisen, uns aber auch bei wenig Licht sehen lassen können.

Gelber Fleck
Der gelbe Fleck (lat.: Macula lutea) bildet das Sehzentrum und liegt mitsamt der Stelle des schärfsten Sehens (Fovea centralis) im Zentrum der Netzhaut. Die gelbe Farbe ist auf den Farbstoff Lutein zurückzuführen, der dort besonders stark eingelagert ist. In der Mitte der Makula befindet sich die Stelle des schärfsten Sehens, die die größte Dichte an Photorezeptoren aufweist und somit für die maximale Auflösung unseres Sehens sorgt. Um ein optimales Sehen zu gewährleisten, sind die Augenbewegungen so koordiniert, dass das zu fixierende Objekt gleichzeitig auf die Macula beider Augen projiziert wird.

Aderhaut
Die Aderhaut (lat.: Choroidea) ist eine sehr gefäßreiche Schicht in unserer Augapfelwand und versorgt die äußeren Schichten der Netzhaut mit Sauerstoff.

Sehnerv
Der Sehnerv (lat.: Nervus opticus) überträgt die von der Netzhaut umgewandelten Nervenimpulse an das Gehirn. Er ist ein gewaltiges Bündel aus Nervenfasern und sein Durchmesser beträgt ca. 0,5 cm. Der Sehnervenkopf ist gleichzeitig auch die Austrittstelle aus der Netzhaut. Dieser Bereich des Sehnervs enthält keine Lichtrezeptoren, sodass dieser Teil nicht sehen kann. Daher bezeichnet man ihn auch als „blinden Fleck”. Damit wir in unserem Bild jedoch keine Aussparung sehen, denkt sich das Gehirn ein Stück dazu, sodass der blinde Fleck im Normalfall nicht wahrgenommen wird.